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Wie positive Emotionen den Output am Arbeitsplatz verbessern

Sarah Gatzka Blog Positive Emotionen

In diesem Blogbeitrag fasse ich für euch die Ergebnisse meiner Hausarbeit zum Thema Positive Emotionen im Berufsalltag zusammen.

Was versteht man unter positiven Emotionen am Arbeitsplatz?

“Psychology is not just the study of disease, weakness and damage. It also is the study of happiness, strength, and virtue.“ (Seligman, 2002)

Dieses Zitat schenkt der positiven Psychologie eine enorme Bedeutung und lässt vermuten, dass den positiven Emotionen Glück und Zufriedenheit mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden darf. Die Beobachtung positiver Emotionen kann sehr spannend sein – ob ein lautes, herzliches Lachen oder ein beruhigtes, zufriedenes Grinsen. Wie wäre es, wenn diese positiven Gefühle sich auch in der Zukunft durch dauerhaft veränderte Werte ausdrücken würden? Wenn man das Lachen zwar nicht mehr laut hören, aber noch nachempfinden könnte? 

Wie können Menschen (und Organisationen) glücklich, zufrieden und erfolgreich leben und gleichzeitig die eigenen Aufgaben erfolgreich schaffen? Welche langfristigen Wirkungen haben positive Emotionen?

Emotionen als Signale

Emotionen stellen Signale dar. Signale, welche den aktuellen Status eines Erfolges beschreiben. Diese Erfolge können sowohl positiver, als auch negativer Art sein. Positive Signale können sich beispielsweise durch Fortschritte ausdrücken. Somit könnte die Emotion „Freude“ durch die Erreichung eines Zieles signalisiert werden. Wichtige Kennzeichen von Emotionen sind außerdem ihr Gefühlscharakter, die Objektgerichtetheit, die Unwillkürlichkeit und ihre begrenzte zeitliche Dauer. Erst hierdurch lässt sich die Emotion von anderen Stimmungslagen abgrenzen.

Die Emotion "Interesse"

Der Begriff „Interesse“ wird oft im Zusammenhang und im Austausch mit Neugierde, Intrigen, Aufregungen oder auch einem Wunder gesehen. Gestellte Herausforderungen können für einen Menschen beispielsweise interessant sein und zu einer intrinsischen Motivation führen. 

Fredrickson erklärt das Interesse als grundlegende positive Emotion und beschreibt dieses als die am häufigsten durchlebte positive Emotion. Die Person, die das Interesse als positive Emotion erlebt, betrachtet einen beschriebenen Kontext als wichtig und schenkt diesem daher enorme Aufmerksamkeit.

Die Emotion "Freude"

Gefühle, die durch Freude entstehen, werden als sicher und familiär beschrieben und können bei Ereignissen, die als Fortschritt der eigenen Ziele eingeordnet werden, meist mit geringem Aufwand erreicht werden. 

In der Arbeitswelt ist die Emotion Zufriedenheit bzw. Freude besonders gut zu erleben und gleichzeitig auch besonders erstrebenswert. Hat man als Arbeitnehmer eine schwierige Aufgabe erfüllt und wurde hierfür gelobt, führt dies zu Glücksgefühlen, welche beim Mitarbeiter den Wunsch erwecken, dieses Gefühl der Zufriedenheit beizubehalten und den Zustand zu bewahren. Es entwickelt sich der Drang danach, die nächste Herausforderung lösen zu wollen, was schließlich die Wahrnehmungskraft des Menschen steigert. 

Dies bedeutet, dass derjenige, der die positive Emotion „Freude“ erlebt, detailliertere und gleichzeitig auch mehrere Informationen verarbeiten kann.

Kognitive Fähigkeiten am Arbeitsplatz

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die kognitiven Fähigkeiten für die erfolgreiche Ausübung einer Position in einem Unternehmen eine sehr große und wichtige Rolle spielen. Ohne die nötigen kognitiven Voraussetzungen und Fähigkeiten kann ein Mitarbeiter seinen Aufgaben kaum oder gar nicht gerecht werden und auch seine gegebenen Ziele somit nicht oder nur sehr schwer erreichen. 

Wichtig ist auch, dass sich die kognitiven Fähigkeiten des Mitarbeiters weiterentwickeln und mit den Aufgaben des Mitarbeiters wachsen. Voraussetzung für kognitive Prozesse ist die kognitive Leistungsfähigkeit. Diese ist gegeben, sobald eine Person dazu in der Lage ist, eine bestimmte Leistung zu erbringen, wenn eine Situation dies erfordert. Diese kognitive Fähigkeit ist nicht angeboren, sondern muss zunächst vom Individuum erlernt werden und ist gleichzeitig von der Erziehung abhängig, die ein Mensch erfahren hat.

Aufmerksamkeit

„Everyone knows what attention is; it is taking possession by the mind, in clear and vivid form, of one out of what seems several simultaneously possible objects or trains of thought. Focalization, concentration of consciousness are of ist essence. It implies withdrawal from things in ordert o deal better with others.“ 
(James, 1890, S.416) 

Der Begriff der Aufmerksamkeit beschreibt also die Fähigkeit eines Menschen, aus dem vielfältigen Angebot von Reizen, die sich durch die Umwelt ergeben, einzelne Aspekte auszuwählen und diese dann bevorzugt und separiert zu betrachten. Hierbei werden gleichzeitig alle anderen Einflüsse der Umwelt ausgeblendet. Diese Auswahl bestimmter Reize ermöglicht es dem Individuum eine geordnete Handlungsweise auszuüben. 

Kreativität

Nach einem Vergleich verschiedener Begriffsdefinitionen definiere ich den Begriff der Kreativität als die Erbringung einer Leistung, bei welcher neuartige und angemessene Dinge entstehen. 

Dabei verändert sich entweder eine bestehende Sache, oder es ergibt sich etwas ganz Neues aus einer Handlung. Diese Definition lässt sich gut auf den beruflichen Alltag beziehen, da eine Person hier viele Leistungen erbringen muss, die zur Veränderung oder Erneuerung einer vorherigen Sache führen. 

Die Broaden-and-Build Theorie

Die Broaden-and-Build Theorie setzt wichtige Annahmen voraus. „Erstens ruft jede Emotion eine bestimmte Handlungstendenz hervor“ (Johann & Möller, 2013, S.42) und zweitens ist die durch eine Emotion entstehende Handlungsweise physischer Natur. 

In Ihrer Theorie erklärt Barbara L. Fredrickson, dass positive Emotionen die momentane Denkweise des Menschen erweitert und dies im folgenden Schritt dazu führt, dass persönliche Ressourcen dauerhaft aufgebaut werden können. 

Broaden and Build Theory

Diese Ressourcen können intellektueller, physischer, sozialer und psychischer Art sein. Nach der Broaden-and-Build Theorie verändern positive Emotionen also langfristig das Verhalten und die Denkweise eines Menschen.

Alle genannten Entwicklungen stellen für eine Mitarbeiterbeurteilung wichtige Bestandteile dar. Die Kompetenzbereiche Methoden-, Fach-, Persönlichkeits- und Sozialkompetenz werden durch die entwickelten Ressourcen gesteigert. 

Die Wirkung positiver Emotionen lässt sich weiter in einen Kreislauf einordnen, denn in Ihrer Theorie geht Fredrickson davon aus, dass das Erleben positiver Emotionen nicht einmalig ist, sondern verschiedene Situationen immer wieder durchlaufen werden können. Dadurch wird das vorhandene Verhaltensrepertoire immer mehr erweitert, wodurch dann dauerhafte persönliche Ressourcen aufgebaut werden können. Dies führt wiederum dazu, dass man neue Kompetenzen gewinnt, was vermehrt zu Erfolgen führt. Dieses Erleben von Erfolgen ruft häufig erneut das Erleben von positiven Emotionen hervor, welcher neue Ressourcen aufbaut, womit schließlich der beschriebene Kreislauf wieder von vorne beginnt.

Erkenntnisse für die Praxis

Positive Emotionen haben einen großen Einfluss auf das menschliche Verhalten und somit auch seine kognitiven Fähigkeiten. Insgesamt werden glückliche Mitarbeiter, welche als Mitarbeiter, die positive Emotionen durchlebt haben definiert werden, als kommunikativer und offener eingestuft. Sie sind eher dazu bereit Probleme anzusprechen und vor allem zu lösen. Zusätzlich sind positiv eingestellte und emotional berührte Menschen aufmerksamer. Diese Auswirkungen sind gute Voraussetzungen für die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten. 

Positive Emotionen führen dazu, dass Persönlichkeiten neue Ressourcen entwickeln und kreativer, intelligenter, belastbarer, sozial integrierter und gesünder werden – und das dauerhaft. Bezogen auf den beruflichen Alltag kann ein Arbeitnehmer, der positive Emotionen erlebt, seine Aufgaben dauerhaft besser erledigen, da er für die Lösung seiner Probleme die nötigen Ressourcen entwickelt und diese in seinem Job sofort anwenden kann. Vorhandenes Interesse und Freude am zugrunde liegenden Aufgabenfeld fördern die kognitiven Fähigkeiten insofern, dass sich neue Ressourcen, wie zum Beispiel Kreativität und Aufmerksamkeit langfristig ergeben können, und man insgesamt handlungsfähiger in diesem Bereich wird. 

Positive Emotionen sorgen dafür, dass man besser auf Situationen reagieren kann und sich diese Reaktionen besser für die Zukunft merken kann.

Setzt du positive Emotionen bewusst im Berufsalltag ein?